Frau mit offenen Armen am nächtlichen Meer unter einem Sternenhimmel – Symbol für Rückkehr zu sich selbst, Vertrauen und inneres Leuchten.

Nicht aufgegeben. Zurückgekehrt

Manchmal führt dich dein Herz nicht dorthin, wo du glaubtest anzukommen. Und trotzdem war der Weg nicht umsonst.

Es gibt Entscheidungen im Leben, bei denen es kein einfaches Richtig oder Falsch gibt. Nur dieses tiefe Wissen, dass man nicht bleiben kann, obwohl das Gehen beinahe genauso weh tut.

Meine Rückkehr aus Australien in die Schweiz war eine solche Entscheidung.

Ich liess nicht einfach ein Land hinter mir. Ich liess ein Leben zurück, das viele Jahre meines Lebens gewesen war. Und das Schwerste von allem: Meine Kinder blieben in Australien.

Doch bevor ich überhaupt so weit war, diese Entscheidung zu treffen, gab es eine Zeit, in der ich selbst nicht mehr wusste, wohin mein Weg führen würde. Ich hatte Hoffnungen, Träume und an manches geglaubt, von dem ich überzeugt gewesen war, dass es irgendwann seinen Platz in meinem Leben finden würde.

Doch nicht alles, woran wir glauben, wird auch Wirklichkeit.

Manches blieb eine Hoffnung. Manches wurde still. Und manches musste ich irgendwann loslassen, obwohl ich lange nicht dazu bereit war.

Das Meer und die Sterne

In genau dieser Zeit wurden das Meer und der Himmel für mich zu etwas Besonderem. Wenn in mir alles laut war, war da das Rauschen der Wellen. Wenn ich keine Antworten hatte, konnte ich nachts nach oben schauen und für einen Moment einfach nur still sein.

Das Meer verlangte keine Erklärung von mir. Die Sterne wollten nicht wissen, ob ich richtig oder falsch lag. Sie waren einfach da.

Das Meer wurde zu dem Ort, an den ich ging, wenn ich nicht mehr wusste, wohin mit meinen Gedanken. Dort konnte ich weinen, zweifeln, wütend sein und still werden. Mit den Füssen im Sand und diesem endlosen Horizont vor mir wurde manches klarer. Nicht sofort. Nicht auf wundersame Weise. Aber Stück für Stück.

Dort begann ich, mich wieder aufzurappeln. Für mich einzustehen. Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie weh taten. Und irgendwann nicht mehr nur darauf zu hoffen, dass sich etwas verändert, sondern selbst loszugehen.

In dieser Zeit entstand auch dieses Bild. Eine Frau vor einem endlosen Meer, die Arme weit geöffnet, über ihr ein Himmel voller Sterne.

Wenn ich es heute anschaue, sehe ich darin keine Frau, die bereits alle Antworten hatte. Ich sehe eine Frau, die langsam wieder den Mut fand, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Für mich wurde es zu einem Bild der Befreiung.

Nicht, weil ich plötzlich alle Antworten hatte. Sondern weil ich irgendwann aufgehört hatte, gegen das anzukämpfen, was ich tief in mir längst wusste. Ich wollte für mich einstehen. Für das, wonach ich mich sehnte. Für ein Leben, von dem ich glaubte, dass es auf der anderen Seite der Welt auf mich wartete.

In der Schweiz.

Vielleicht klingt das heute mutig. Damals fühlte es sich nicht so an. Denn diesem Gefühl zu folgen bedeutete, beinahe alles zurückzulassen, was bis dahin mein Leben gewesen war.

Und irgendwann wusste ich: Ich werde gehen.

Zurück in die Schweiz

Es gibt kaum Worte dafür, was es bedeutet, als Mutter in ein Flugzeug zu steigen und zu wissen, dass zwischen dir und deinen Kindern bald Tausende von Kilometern liegen werden. Bis heute gehört diese Entfernung zu den Dingen in meinem Leben, die weh tun. Man gewöhnt sich vielleicht an Zeitzonen, an Videotelefonate und an Abschiede am Flughafen. Aber nicht daran, seine Kinder nicht einfach in den Arm nehmen zu können, wenn man möchte.

Und trotzdem bin ich gegangen.

Ich ging zurück in die Schweiz. Zurück in ein Land, nach dem ich mich lange gesehnt hatte. Zurück zu meinen Wurzeln, zu Vertrautem, zu diesem Gefühl von Heimat, das sich über all die Jahre nie ganz verloren hatte.

Aber da war noch mehr. Da waren Hoffnungen. Vorstellungen von einem Leben, an das ich geglaubt hatte. Dinge, die für mich so wirklich gewesen waren, dass ich bereit war, einen Weg zu gehen, dessen Preis ich sehr wohl kannte.

Doch nicht alles, woran wir glauben, wird auch Wirklichkeit.

Das zu erkennen, nachdem ich so viel zurückgelassen hatte, gehörte vielleicht zu den schmerzhaftesten Erfahrungen dieser ganzen Geschichte.

Denn plötzlich war ich zwar dort, wohin ich unbedingt hatte zurückkehren wollen – aber das Ankommen, das ich mir vorgestellt hatte, gab es nicht.

Hinter mir lag ein Leben, in das ich nicht einfach zurückkehren konnte. Meine Kinder waren Tausende Kilometer entfernt. Und vor mir lag ein Leben, das ganz anders aussah als das, für das ich diesen Schritt gewagt hatte.

Manches blieb eine Hoffnung. Manches wurde still. Und manches musste ich irgendwann loslassen, obwohl ich lange nicht dazu bereit war.

Vielleicht bedeutete „zurückkommen“ deshalb irgendwann etwas ganz anderes, als ich ursprünglich gedacht hatte. Ich war in die Schweiz zurückgekehrt. Aber die viel längere Reise war die zurück zu mir selbst.

Das Meer blieb zurück

Und vielleicht gehört auch das zu dieser Geschichte: Das Meer, das mir in Australien so viel gegeben hatte, konnte ich nicht mitnehmen.

Es fehlt mir bis heute. Dieses Gefühl, am Wasser zu stehen, den Blick in die Weite zu richten und für einen Moment wieder atmen zu können.

Aber etwas von dieser Zeit ist geblieben. Dort hatte ich gelernt, für mich einzustehen und den Mut gefunden, einen Weg zu gehen, von dem ich nicht wissen konnte, wohin er mich führen würde.

Nicht alles ist so geworden, wie ich es mir damals vorgestellt hatte. Meine Kinder sind noch immer weit weg und manche Entscheidungen begleiten mich bis heute. Aber es ist auch Neues entstanden. Ich habe wieder angefangen zu leben, zu lieben, zu lachen und Pläne zu machen. Und ich habe mit DreamOn etwas Eigenes geschaffen.

Vielleicht ist es kein Zufall, dass DreamOn heute voller Dinge ist, die für besondere Momente und kleine Lichtblicke stehen. Kerzen, kleine Rituale und Geschenke, die etwas bedeuten dürfen. Denn ich weiss heute, wie wertvoll manchmal genau diese kleinen Dinge sein können.

Wenn ich dieses Bild heute anschaue, sehe ich deshalb nicht nur das Meer, das ich zurückgelassen habe. Ich sehe die Frau, die damals bereit war, für das einzustehen, woran sie glaubte – auch wenn das Leben am Ende eine andere Geschichte daraus gemacht hat.

Das Meer fehlt mir bis heute.

Aber den Mut, den ich dort gefunden habe, habe ich mitgenommen.

Séverine 💫

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